da Vinci Xi® – Roboterassistierte minimalinvasive Chirurgie in der Urologie

In den letzten Jahren hat das minimalinvasive roboterassistierte Operieren vor allem in der Urologie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das Expert*innen-Team rund um Chefarzt Dr. med. Hans-Jörg Sommerfeld setzt dabei seit über zehn Jahren auf das hoch entwickelte da Vinci® -System. 

Seit 2021 verfügt das Marien-Hospital Marl über die neueste Generation, dem da Vinci Xi®, mit dem noch präziseres minimalinvasives Operieren möglich ist. 

Das da Vinci Xi®-Operationssystem kombiniert die Vorteile minimalinvasiver Chirurgie mit 3D-Visualisierungstechniken in hoher Definition und bietet einzigartige Bedien-Möglichkeiten für die Operationsinstrumente. 

Dank einer noch schärferen dreidimensionalen Optik in zehnfacher Vergrößerung sind jetzt feinste Strukturen und Gefäße noch besser erkennbar. Die Instrumenten-Zugänge sind filigraner und es bestehen mehr Freiheitsgrade.  

Was bedeutet roboterassistierte Chirurgie?

  • Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der traditionellen Schlüsselloch-Technik. 

  • Beim da Vinci® werden eine Kamera mit Lichtquelle sowie miniaturisierte Instrumente über kleine Haut-Schnitte in die Bauchhöhle eingebracht. 

  • Der Roboter mit seinen vier stählernen Greifarmen fungiert als verlängerter Arm der oder des Operateur*in und „übersetzt“ ihre oder seine Vorgaben in chirurgische Präzisionsarbeit. 

  • Wichtig: Der Mensch behält dabei die Handlungshoheit: Die oder der Operateur*in sitzt an einer Konsole mit dreidimensionaler, vergrößerter Sicht auf das Operationsfeld und bedient mit jeder Hand eine Art Joystick – und das völlig ermüdungsfrei. 

  • 3D-Video-System: Durch das Zusammenbringen zweier Optiken in einer Kamera gelingt ein 3D-Bild. Die oder der Operateur*in ist somit nicht mehr länger auf die Sicht in zwei Dimensionen beschränkt, wie das bei der konventionellen Schlüsselloch-Technik der Fall war, sondern hat nun wie in modernen 3D-Kinos eine Orientierung in allen Dimensionen. Die Kamera wird ebenfalls über die Steuerungskonsole geführt, so kann die oder der Operateur*in festlegen, welche Strukturen sie oder er sehen möchte. Für feine Arbeiten, zum Beispiel an Nerven und Gefäßen ist eine bis zu zwölffache Vergrößerung möglich. Zudem kann die Operation durch das Einspielen von Ultraschall-Bildern und Umschalten auf unterschiedliche Belichtungen oder die Zuhilfenahme von Fluoreszenzfarben unterstützt werden. 

  • Patient*in-Konsole: Das vierarmige System ist so ausgerichtet, dass an jedem Arm ein Instrument oder eine Kamera positioniert werden kann. Die Instrumente werden über Einführ-Hülsen durch die Bauchdecke in den Körper eingebracht und mit der Patient*in-Konsolve verbunden. 

  • Die Arme bewegen sich niemals alleine. Die Position kann entweder von der oder von dem Assistent*in, die oder der sich immer an der Seite der oder des Patient*in befindet und die oder den Konsolen-Chirurg*in unterstützt, oder von der oder dem Operateur*in über die Steuerungskonsole verändert werden. Es handelt sich daher nicht um einen Roboter wie in der Autoindustrie, der den Menschen ersetzen kann, sondern um einen Tele-Manipulator, der die vorgegebenen Bewegungen der oder des Operateur*in mit maximaler Präzision im Körper umsetzt. 

Die Vorteile im Einzelnen

Durch den Einsatz des da Vinci®-Systems können besonders gut feinste Nerven und Gefäße, welche unmittelbar an der Prostata verlaufen, geschont und gleichzeitig das Prostata-Karzinom komplett entfernt werden. 

Durch die Schonung des gesunden Gewebes wird – in Abhängigkeit von dem Tumor-Stadium – die Funktion des Schließmuskels (Kontinenz) und die Erektionsfähigkeit des Penis‘ (Potenz) erhalten. 

  • präzises und sicheres Arbeiten mit mehr Freiheit für die oder den Operateur*in 

  • exakte Schnittführung, daher bessere Potenz- und Kontinenz-Erhaltung bei der radikalen Entfernung der Prostata 

  • weniger Blutverlust bei Operationen 

  • geringe postoperarative Schmerzen 

  • kleine Narben mit gutem kosmetischen Ergebnis 

  • geringes Infektionsrisiko mit wenigen Wundheilungsstörungen 

  • kurzer Krankenhausaufenthalt 

  • schnellere Mobilisierung nach der Operation und schnelle Rückkehr zur normalen körperlichen Aktivität 

Was sind die häufigsten durchgeführten Eingriffe?

  • radikale Prostatektomie (chirurgische Entfernung der Prostata) bei Prostata-Karzinom 

  • Zystektomie (operative Entfernung der Harnblase) 

  • Nieren-Operationen (Nieren-Tumore, Nierenbecken-Plastik, Nierenteil-Resektion, Entfernung von Niere und Harnleiter inkl. Blasenmanschette) 

  • Beckenboden- und Inkontinenz-Operationen 

  • Harnleiter-Neueinpflanzungen 

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