Herzrhythmusstörungen kommen unter den Herzerkrankungen eine immer größere Bedeutung zu. Allein in Deutschland leiden aktuell eineinhalb bis zwei Millionen Menschen an der häufigsten Herzrhythmusstörung, dem Vorhofflimmern. Weitere Formen von Herzrhythmusstörungen wie beispielsweise „kreisende Erregungen“ über Kurzschluss-Verbindungen oder auch Narbengewebe nach einem Herzinfarkt, können zu Herzstolpern oder auch Herzjagen mit hohem Pulsschlag führen. Dabei kann es sich sowohl um eher harmlose, als auch um lebensbedrohliche Formen von Herzrhythmusstörungen handeln. Daher erfordert die weitere Abklärung oft eine umfassende Diagnostik und fachliche Expertise zur Diagnose-Sicherung, Beratung und Erstellung eines individuellen Therapie-Konzeptes.
Verantwortlich für das Zentrum für Elektrophysiologie der KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH ist der DGK-zertifizierte Elektrophysiologe Dr. med. Ulrich Böck (Leiter der Elektrophysiologie) des Marien-Hospital Marls. Die Untersuchungen im Rahmen der Elektrophysiologie werden im Marien-Hospital Marl durchgeführt.
Technische Entwicklungen mit zunehmender Digitalisierung haben zu einer erheblichen Erweiterung der diagnostischen und insbesondere der therapeutischen Möglichkeiten in den letzten Jahren geführt, so dass die Verödung („Ablation“) für viele Formen von Herzrhythmusstörungen heute zur Standard-Therapie geworden ist.
Aufwendige dreidimensionale Untersuchungsverfahren ermöglichen es, immer komplexere Rhythmusstörungen zu verstehen und erfolgreich zu therapieren. Insbesondere bei der Therapie des Vorhofflimmerns nimmt die Ablationsbehandlung eine immer größere Rolle ein. Zur differenzierten Diagnostik und Therapie steht in unserem Haus ein hochmodernes, hochauflösendes 3D-Mapping-System der neuesten Generation (Ensite X der Firma Abbott) zur Verfügung. Hiermit gelingt es in den meisten Fällen, die für eine Rhythmusstörung verantwortliche Struktur mittels strahlungsfreier 3D-Navigation millimetergenau im Herzen zu lokalisieren und durch Abgabe unterschiedlicher Energieformen zu veröden und somit zu heilen.
Zum Behandlungsspektrum gehören alle Formen von supraventrikulären Rhythmusstörungen wie
- AV-Knoten-Reentry-Tachykardie
- AV-Reentry-Tachykardien
- WPW-Syndrom
- Vorhofflattern
- atriale Extrasystolen
- Vorhoftachykardien
- Vorhofflimmern
sowie ventrikuläre Rhythmusstörungen
- ventrikuläre Extrasystolen
- ventrikuläre Tachykardien
Insbesondere die Therapie des Vorhofflimmerns spielt eine immer größere Rolle und wird durch technische Neuerungen und ein besseres Verständnis immer effektiver.
Hierzu stehen heute neben den klassischen thermischen Energieformen Radiofrequenz-Ablation („Hitze“) und Cryo-Ablation („Kälte“) die Elektroporation („pulsed-field-ablation“) zur Verfügung. Hierbei erfolgt die Verödung der für die Rhythmusstörung verantwortlichen Zielstruktur gezielt. Hierbei werden umgebende Organe wie die Speiseröhre oder der Zwerchfellnerv geschont, bei jedoch höherer Effektivität der Ablation. Die Verödung wird an der Einmündung der elektrisch aktiven Lungenvenen in die linke Vorkammer des Herzens durchgeführt. Ziel ist es, eine Isolation dieser elektrischen Störquellen der Lungenvenen vom Herzgewebe zu erreichen. Diese sind bei ca. 90 % der Fälle der wesentliche Treiber bei der Entstehung von Vorhofflimmern. Die Elektroporation („Pulsed field Ablation“) erfolgt in unserer Klinik mit dem Volt PFA-System der Firma Abbott unter 3-D-Navigation.
Durch das Team aus hochqualifizierten ärztlichen und pflegenden Mitarbeiter*innen wird das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie der kathetergestützten Ablationsbehandlungen (Verödungsbehandlung) von Herzrhythmusstörungen durchgeführt.
Weiterhin ist die Elektrophysiologie des Marien-Hospitals Marl DGK-zertifizierte Stätte der Zusatzqualifikation für spezielle Rhythmologie und bildet ärztliche Kolleg*innen im Bereich der modernen invasiven Elektrophysiologie aus.
Dr. med. Ulrich Böck
Dr. med. Ulrich Böck
Expertenprofil
- Zusatzqualifikation Interventionelle Kardiologie (DGK)
- Zusatzqualifikation Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin (DGK)
- Zusatzqualifikation Invasive Elektrophysiologie (DGK)
- Notfallsonographie DEGUM Stufe 2
- Hypertensiologe (DHL)
- Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
- European Society of Cardiology (ESC)
- Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN)
- Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
- Intensivmedizin (24 Monate)
- Böck U., Möllhoff T., Förster R.:
Die ultraschallgesteuerte versus anatomisch gesteuerte Punktion der Vena jugularis interna zur zentralvenösen Katheterisierung.
Ultraschall Med 1999; 20:98-103 - Bonaventura K, Schwefer M, Yusof AKM, Waliszewski M, Krackhardt F, Steen P, Ocaranza R, Zuhdi AS, Bang LH, Graf K, Böck U, Chin K.:
Systematic Scoring Balloon Lesion Preparation for Drug-Coated Balloon Angioplasty in Clinical Routine: Results of the PASSWORD Observational Study.
Adv Ther. 2020 May;37(5):2210-2223. doi: 10.1007/s12325-020-01320-2. Epub 2020 Apr 9. - Böck U., Markant M.:
Lungensonografie pocketcard Set
Auflage: 1, Juli 2020, Börm Bruckmeier (Verlag), ISBN: 9783898624268 - Böck U., Seibel A. (2023):
Lungensonographie in der kardiologischen Intensiv- und Notfallmedizin Teil 1
Die Kardiologie 17, 201-212
https://doi.org/10.1007/s12181-023-00606-3 - Böck U., Seibel A. (2023):
Lungensonographie in der kardiologischen Intensiv- und Notfallmedizin Teil 2
Die Kardiologie 17, 264-276
https://doi.org/10.1007/s12181-023-00609-0 - Böck U., Markant M., Spiecker M., Seibel A. (2025):
Kardiogener Schock: Volumengabe oder nicht?
Notfall Rettungsmed
https://doi.org/10.1007/s10049-025-01601-9
Dr. med. Derya Bir Muti
Dr. med. Derya Bir Muti
Dr. med. Lukas Chmielewski
Dr. med. Lukas Chmielewski
Ihr Kontakt zu uns
Die Kontaktaufnahme zur Diagnostik und Therapie bei Herzrhythmusstörung kann über das Sekretariat der Kardiologie des Marien-Hospitals Marl sowie des St. Elisabeth-Krankenhauses Dorsten erfolgen.